Události

Sehr geehrte Leser,
Als tschechischer Politologe und Publizist beschäftige mich schon seit Jahren unter anderem auch mit den Problemen des konfliktreichen Zusammenlebens der Völker Mitteleuropas. Vor allem habe ich mich mit den tschechisch-deutschen Beziehungen in der Vergangenheit beschäftigt und in diesem Zusammenhang mit der Vertreibung der Sudetendeutschen aus der ehemaligen CSR.

Darüber hinaus äußere ich mich immer wieder zu aktuellen Fragen der tschechischen Innenpolitik.

Weitere Informationen über mich selbst finden Sie hier.

Zahlreiche Artikel habe ich auch in der deutschsprachigen Presse publiziert (Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die Welt usw.)Des weiteren gehören in diesen Zusammenhang Vorträge zu unterschiedlichen Themen, die ich in deutscher Sprache gehalten habe. Um diese Texte meinen deutschen Lesern zugänglich zu machen, habe ich mich entschlossen, sie als Beilage in meiner Internetzeitschrift „Události“ (Ereignisse) zusammenzufassen.

An verschiedenen Unterschriftenaktionen habe ich mich nicht nur als Signatar beteiligt. Meist war ich Mitautor, bzw. oft Initiator dieser Aktionen. Die Texte hierzu können Sie ebenfalls in dieser Sammlung finden.

Ich würde mich freuen, wenn meine deutschsprachigen Veröffentlichungen Ihr Interesse fänden.

Bohumil Doležal

Studien, Essays

  • Der Frieden, den Europa nicht bewältigt hat

    Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges sind lange sechzig Jahre vergangen. Der runde Jahrestag ist eine willkommene Gelegenheit zu großartigen Feierlichkeiten und pompösen Gedenkveranstaltungen. Wir leben immer noch am Ausgang dieser furchtbaren Katastrophe oder wir kehren zu ihr zumindest immer wieder zurück.

  • Nationalismus und Populismus in der tschechischen Politik

    Beitrag zur Paneeldiskussion auf der von der Organisation N-Ost-Media am 7. Oktober 2007 in Sofia veranstalteten Konferenz.

  • Die Tschechen und das Problem des kleinen Volkes

    „Klein zu sein“ wird dann zum Problem, wenn es irgendein Volk als Problem gelten lässt. Sobald jedoch das Problem einmal als solches positioniert ist, handelt es sich immer um ein unlösbares Problem. Das Problem des kleinen Volkes bedeutet nicht mehr und nicht weniger als den Komplex des kleinen Volkes.

Sehr geehrte Leser,
die folgenden Texte enthalten eine kurze Übersicht dessen, was ich in den Jahren 1993 – 2002 über tschechisches politisches Denken der Neuzeit vorgetragen habe. BD

  • Die Tschechen und Versöhnung in Mitteleuropa

    Im folgenden möchte ich politische Handlungen der tschechischen Gesellschaft beschreiben, die zu Konflikten mit Nachbarn geführt haben.

  • Tschechische Identität zwischen Nation und Europa

    Was ist eigentlich "nationale Identität", und ist vielleicht schon die Frage nach ihr nicht irreführend? Und welche Beziehungen bestehen zwischen "Nation" und "Europa"? Ich versuche im Weiteren diese Fragen an Hand eines konkreten Beispieles, nämlich der tschechischen nationalen Identität und ihrer historischen Entwicklung, zu beantworten.

  • Die Beziehungen der CR zu ihren Nachbarn und Aussichten durch die Integration in die EU

    Mitteleuropa ist in mancher Hinsicht ein “Balkan mit menschlichem Gesicht”. Auch hier gibt es latente Konflikte, die ohne entsprechende Lösungen durch die hiesigen Gesellschaften einmal zu ernsten Komplikationen für ganz Europa werden könnten. Sie bekamen eine definitive Gestalt im Versailler System, sind Ende der dreißiger, bzw. Mitte der vierziger Jahre eingefroren und seit dem Sturz des russischen kommunistischen Imperiums allmählich wieder aufgetaucht.

  • 1945-48: Der tschechische Weg vom demokratischen zum attributlosen Sozialismus

    Die zu behandelnde grundlegende Frage ist die nach der Art und Weise in der die Tschechen (im Unterschied zu Polen, Ungarn, Deutschen) in das sowjetische Imperium eingegliedert wurden. Auffallend ist hierbei vor allem die Freiwilligkeit.

  • Der wundersame Kreislauf des „demokratischen Sozialismus“

    Der Versuch, die russische kommunistische Ideologie zu „renovieren“ vollzog sich in zwei Etappen. Es handelte sich um einen „ambivalenten Versuch“: einerseits wollte man die Ideologie den heimischen Gewohnheiten und Traditionen anpassen, sie aber damit auch sozusagen retten und glaubwürdiger machen.

Petitionen, Unterschriftenaktionen

Sehr geehrte Leser,
Im Folgenden finden Sie Texte und Namen von Teilnehmern der Unterschriftenaktionen, an denen auch ich mich beteiligt habe. Dies ist selbstverständlich nicht als mein alleiniges Werk misszuverstehen, vielmehr haben sich daran immer mehrere Leute beteiligt, ich selbst kann mich dabei nicht als wichtigste Person darstellen. Andererseits war ich auch nicht nur bloßer Unterzeichner, sondern beteiligte mich in hohem Maße an der Initiierung der Aktionen, an der Formulierung der Texte und der Organisation. Deshalb glaube ich, dass ich die Weitergabe an den deutschen Leser unter diesem Vorbehalt verantworten kann – als eine gewisse Ergänzung meiner journalistischen Tätigkeit.

  • Brief an Abgeordnete des Europäischen Parlaments

    In diesem Jahr sind sechzig Jahre seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs verstrichen. Die Welt und insbesondere Europa werden im Denken der Menschen weiterhin in Sieger und Besiegte eingeteilt. Manchmal gewinnt man den Eindruck, als lebe man immer noch in den ersten Monaten nach Kriegsende.

  • Ohne Kritik an der Vergangenheit gibt es keine Zukunft

    Die nicht bewältigte Vergangenheit greift immer wieder in die Gegenwart ein. Im Streit um das Zentrum gegen Vertreibungen, dessen Errichtung die Stiftung der deutschen Vertriebenen vorgeschlagen hat, erhielten diese Meinungsverschiedenheiten internationale Dimensionen.

  • Stopp dem Nationalismus: Appell an die Abgeordneten der Abgeordnetenkammer des CR-Parlaments

    Die Dekrete des Präsidenten der Republik sowie die Zwangsaussiedlung der Deutschen aus der CSR stellen ein schmerzliches Problem dar, über das in der tschechischen Gesellschaft, und zwar auch auf politischer Ebene, eine offene Debatte zu führen ist. Statt dessen sind wir Zeugen eines Versuches, entfesselte nationale Emotionen zur Demonstration einer falschen nationalen Einheit auszunutzen.

  • Wir bereuen…

    Wir bedauern nicht nur die sogenannten Exzesse, sondern die Vertreibung als solche und das Leid, das sie den unschuldigen Leuten gebracht hat.

  • Versöhnung 95

    Zwischen den Tschechen und den Sudetendeutschen im von den Vereinten Nationen verkündeten "Jahr der Toleranz 1995"

Mein herzlicher Dank gilt der Prager Außenstelle der
KAS
für ihre Hilfe bei der sprachlichen Korrektur meiner Vorträge. Ich danke zudem den Redaktionen der F.A.Z., der „Welt“ und der Prager Zeitung, die mir zu diesem Zweck meine älteren Artikel in elektronischer Form zur Verfügung stellten, sowie der Redaktion der „Prager Zeitung“ für ihre Hilfe bei der Vorbereitung der deutschen Beilage der „Události“ (Ereignisse).
Bohumil Doležal

Neu: Die Dekrete erneut auf der Szene

Kein österreichischer Spitzenpolitiker kann es sich im Wahlkampf erlauben, die Kritik der Dekrete zu ignorieren. Und zwar einfach, weil sie berechtigt ist, und es ihm die Opponenten ansonsten zu recht um die Ohren schlagen würden.

Neu: Hass, der über das Grab hinausgeht

Es gab Hunderte ähnliche Fälle, wie der in Nový Bor (Haida) vom Juni 1945. Bemerkenswert ist, dass sich eine Gruppe der jetzigen Einwohner der Stadt an den Vorfall erinnert und gemeinsam mit den Hinterbliebenen und mit Unterstützung der knappen Mehrheit der Stadtverordneten ein Denkmal für die Erschossenen durchgesetzt hat.

Jeder sollte seinen Teil der Verantwortung tragen

Ein Brief an die Tageszeitung „Lidové noviny“ zum Artikel des Redakteurs Luboš Palata „Der Prozess gegen Demjanjuk ist bedenklich“

Ich störe, also bin ich

Es ist kaum zu übersehen, dass Klaus in der Sache des Vertrags von Lissabon seinen Willen durchgesetzt hat. Zuerst legte er die Latte sehr hoch, dann unterbreitete er eine Art Kompromiss von Klaus mit Klaus. Seine Vorgehensweise ist sowohl politisch als auch moralisch problematisch. (Süddeutsche Zeitung 29. Oktober 2009)

Dekrete sind nicht zu entschuldigen

Ungewollt, aber dennoch ist es Václav Klaus zu verdanken, dass er der Öffentlichkeit die fast schon vergessenen Vertreibungen der Sudetendeutschen wieder in Erinnerung gerufen hat.

Die Zivilcourage des Václav Klaus

Präsident Klaus riskiert nicht viel und bietet zudem der EU einen verführerischen Kompromiss (mit seiner unerbittlichen Ansicht) an. Umgekehrt setzt er die EU damit einer Mutprobe aus.

Tschechische Politiker im dunklen Wald

Der tschechische Staatspräsident Václav Klaus ruft auf dem Angst-Prinzip das Volk als Ganzes zum Widerstand gegen die EU auf. Volle Hosen sind die beste Voraussetzung fanatischer Einheit.

Mit Bedacht ausgedacht

Der letzte Schachzug von Präsident Václav Klaus in der Schlacht um den Vertrag von Lissabon ist, wie es die Regel zu sein pflegt, technisch sehr gut ausgeklügelt. Vielleicht erhob sich gerade aus diesem Grund unter den Diplomaten in der Europäischen Union eine Woge derart ohnmächtiger Wut.

Treten wir aus der Europäischen Union aus!

Endlich haben wir Klarheit! Ein starker und verbissener Feind bedroht uns: Die Sudetendeutschen und ihre eventuellen Vermögensansprüche, welche die Situation in unserem Vaterland zu destabilisieren drohen.



Artikel und Interviews

die ich in deutschsprachigen Zeitungen und Zeitschriften (Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die Welt, Süddeutsche Zeitung, Der Tagesspiegel, Focus, Die Presse, Der Standard und weitere) publiziert habe.

„Der Krieg gegen Hitler war unvermeidbar und gerecht. Die grausamen Umstände eines in der ganzen Welt tobenden Kriegs führten jedoch dazu, daß auch die, deren Sache gerecht war, hie und da unsaubere Methoden des Feindes übernahmen. Das Böse ist ansteckend. Außerdem führten die Verbrechen der Nationalsozialisten dazu, daß man den Ausgang des Kriegs als ein Urteil über die Besiegten aufgefaßt hat. Das Bedürfnis zur Bestrafung der nationalsozialistischen Verbrecher soll nicht in Frage gestellt werden; es soll nur darauf aufmerksam gemacht werden, daß das Wichtigste beim Abschluß eines Kriegs ist, alle nötigen Bedingungen für einen dauerhaften und gerechten Frieden zu schaffen. Die Bestrafung der Schuldigen soll nur im Rahmen dieser Bestrebung den entsprechenden Raum finden.“

Feuilletons

Eine Auswahl kurzer Texte aus meinem politischen Notizbuch, die sich nicht nur auf das politische Tagesgeschehen beziehen.

Übersetzung Sylvia Janovská

„In der guten Gesellschaft ist es Sitte geworden, sich bei Menschenfressern zu entschuldigen. Für das Christentum. Für die Kreuzzüge. Für die kolonialen Eroberungen. Für die Kolonalisierung Nordamerikas usw. Auf die Kannibalen macht das bislang keinen großen Eindruck. Fröhlich sprengen sie Häuser, Tanzsäle, Restaurants und Kindergärten in die Luft. Sie bringen Wolkenkratzer mit Hilfe von Flugzeugen, die sie samt Passagieren entführt haben, zum Einsturz. Ab und zu, wenn sie sich ausgetobt haben und müde sind, setzen sich die Kannibalen mit pieksauberen Gentlemans an den Verhandlungstisch. Dann werden sie mit Nobelpreisen belohnt. Im Blitzlichtgewitter der Fotoreporter, auf den Festempfängen, wo Menschenfleisch vorerst nicht gereicht wird, sind sie schwer von den Gentlemans zu unterscheiden. Ähnlich wie die Ferkel von den Farmern in Orwells „Farm der Tiere“.“